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Meine Vorbereitung und Rennbericht zum Seenlandmarathon am Brombachsee 2018

geschrieben von runningbiene87 4. November 2018
Meine Vorbereitung und Rennbericht zum Seenlandmarathon am Brombachsee 2018
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Nifco KTW Seenlandmarathon 2018

Nun sind bereits einige Wochen vergangen und ich denke es ist Zeit für einen ausführlichen Bericht zum Seenlandmarathon am 23.09.2018. Da der Blogbeitrag doch etwas ausführlicher wird, habe ich euch extra eine Gliederung zur Verfügung gestellt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

SLM 2018

Auswahl des Marathons

Nach meiner erfolgreichen Teilnahme am Metropolmarathon in Fürth am 17.06.2018 war ich mir zunächst unsicher wo und wann ich dieses Jahr nochmals an der Startlinie stehen möchte. Was stand zur Auswahl? Ein Marathon in einer Großstadt wie Berlin , München oder Frankfurt? Zudem als Alternative die etwas kleineren Laufveranstaltungen in Ulm, am Brombachsee oder am Bodensee?

Wieso ich mich für den Seenlandmarathon am schönen Brombachsee in Pleinfeld entschieden habe?

  • Ich bevorzuge generell kleinere Laufveranstaltungen mit nicht so vielen Teilnehmern
  • “Goldener Herbst” – ich war optimistisch, dass es zu diesem Zeitpunkt von den Wetterbedingungen passt
  • Der Lauf um den Brombachsee ist einfach ein toller Lauf in der Natur und hat seinen ganz eigenen Flair
  • Ich wollte einen Lauf mit mehr Höhenmeter als in Fürth
  • Auch die Erfahrung den Marathon in zwei Runden aufzuteilen und nicht nur eine große Runde zu laufen klang für mich verlockend
  • Nicht zu vergessen sind natürlich auch immer die Kosten (Anreise, Übernachtung, Marathon-Teilnahme), die bei diesem Lauf einfach relativ überschaubar sind

Die finale Entscheidung habe ich am 18.07.2018 getroffen und habe mich auch direkt für den Seenlandmarathon am 23.09.2018 angemeldet.

Marathon-Vorbereitungszeit

Mir blieben lediglich zwei Monate für die bevorstehende Marathon-Vorbereitung. Für den Metropolmarathon in Fürth hatte ich vergleichsweise eine Vorbereitungszeit von ca. 5,5 Monaten. Und ich kann euch an dieser Stelle schon sagen eine ordentliche Vorbereitung ist tatsächlich ein entscheidender Faktor.

Ihr fragt euch sicherlich wie sind nun die zwei Monate gelaufen?

Kurz zusammengefasst:

  • es gab Motivationsprobleme
  • es gab krankheitsbedingte Ruhetage
  • manchmal konnte ich den Trainingsplan nicht zu 100 % erfüllen
  • die wichtigen Intervall-Trainingseinheiten konnte ich nicht immer beenden
  • bei Trainingseinheiten im Wettkampftempo kam ich an meine Grenzen und musste teilweise auch vorzeitig abbrechen
  • die Dauerlauf-Einheiten wurden problemlos gemeistert
  • und zum Glück waren auch die Longruns kein Problem und ich konnte diese mit der vorgesehenen Pace bewältigen

Habe ich mir überlegt den Lauf zu stornieren oder mir einen Lauf zu einem späteren Zeitpunkt rauszusuchen? Diese Frage kann ich mit einem eindeutigen “nein” beantworten! Ich war mir sicher, dass ich die Ziellinie überqueren werde und eine neue Bestzeit war nicht mein Ziel!

Für mich gibt es zwei Gründe, dass ich an einem Lauf nicht teilnehmen würde. Die Gesundheit geht vor, daher würde ich an einem Lauf weder teilnehmen, wenn ich bereits am kränkeln bin, noch wenn das Wetter extrem schlecht ist und mir das Risiko zu hoch ist danach krank zu sein! Ich weiß, dass ich ein Schönwetter-Läufer bin und dies viele Läufer nicht nachvollziehen können. Aber hier setzt sich jeder seine eigenen Prioritäten.

Tapering vor dem Wettkampf

Nach dem letzten Longrun war schon einmal Durchatmen angesagt und in der letzten Woche vor dem Marathon wird das Laufpensum dann nochmals drastisch reduziert. Von meinem ersten Marathon war ich dies nun schon gewohnt und war diesmal wesentlich entspannter. Diese Ruhe tut dem Körper gut und man sollte die Laufpausen auch definitiv einhalten.

Wie stehe ich zum Thema Saltin-Diät und Carbo-Loading? Ich denke dies ist definitiv ein Punkt, an dem ich noch arbeiten kann bzw. muss. Diesmal hatte ich versucht zwei Tage auf Kohlenhydrate zu verzichten und anschließend dann mit dem Carbo-Loading fortzufahren. Es war definitiv eine sehr interessante Erfahrung, da man sich mit dem Essen viel mehr auseinander setzt und man seinen eigenen Körper nochmals besser kennen lernt. Ob es mir jedoch nun etwas gebracht oder nicht kann ich ehrlich gesagt nicht sagen, aber ich bin mir sicher, dass hier noch viel Luft nach oben ist und ich einiges optimieren kann.

SLM 2018

Wettkampf-Laufbekleidung

Mein Tipp packt euch zwei Lauf-Outfits ein, eine Variante für schönes Wetter und eine zweite Variante für schlechtes Wetter. Am Wettkampftag mit der falschen Kleidung am Start zu stehen ist sicherlich nicht die beste Voraussetzung, um den Lauf genießen zu können. Zudem bitte niemals neue Schuhe anziehen, achtet darauf dass ihr die Schuhe schon eingelaufen habt.

Streckenverpflegung

Während meiner Longruns habe ich gezielt die Produkte getestet, die es auch beim Marathon an der Streckenverpflegung gibt.  So hat man den Vorteil, dass man weiß wie man mit den Energiegels und Energieriegeln zurecht kommt bzw. ob evtl. Magen-Darm-Probleme auftauchen. Zusätzlich habe ich ziemlich genau geplant, an welcher Verpflegungsstelle ich nur etwas trinken werde und wann ich zusätzlich zu einem Energiegel / Energieriegel greifen werde. Während des Marathons habe ich persönlich wenig Lust mir auch noch hierüber Gedanken machen zu müssen!

Der Tag vor dem Lauf

Neun Wochen sind vergangen und es stehen nur noch wenige To-Do´s an. Die Startunterlagen müssen abgeholt werden. Der Besuch der Pasta-Party sowie der Marathon-Messe darf nicht fehlen. Und der letzte kurze Lauf steht auf dem Trainingsplan. Haltet euch bitte an die Angabe auf eurem Trainingsplan und lauft nicht einfach schneller oder weiter – morgen ist auch noch ein Tag! Um es genau zu nehmen ist morgen der Tag, für den wir uns wochenlang vorbereitet haben, einige Einschränkungen in Kauf genommen haben und unser Ziel nie aus den Augen verloren haben! Achtet darauf genügend zu trinken sowie zu essen und frühzeitig ins Bett zu gehen.

Marathon-Frühstück

Nun ist es soweit, die Nervosität sowie die Freude steigt. Es stehen lediglich noch zwei Dinge an, Frühstücken und das Race-Outfit anziehen. Beim Frühstück greife ich zu Brötchen / Brot mit süßem Aufstrich (Marmelade, Nutella, Erdnussbutter) und Kaffee darf auch nicht fehlen. Hier muss aber auch jeder selbst entscheiden was für ihn das beste ist. Ich denke mir immer was bei den Longruns gut funktioniert hat, wird auch beim Marathon funktionieren. Von Experimenten rate ich euch ab. Ich nehme mir auch gerne Zeit zum Frühstücken und stehe lieber eine Stunde vorher auf. Hektik und Stress ist absolut nicht mein Ding. Nach dem Frühstück bleibt noch etwas Zeit zum Verdauen und dem letzten Toilettengang. Das Race-Outfit wird dem Wetter angepasst und nun gehts zum Startbereich. Ich versuche mich in den letzten Minuten voll und ganz auf mich selbst zu konzentrieren, wärme mich etwas auf und dehne mich, tue das was ich gewohnt bin und lasse mich nicht von den sportlichen Ambitionen anderer Läufer ablenken oder gar verunsichern! Auch hier ist mein Motto “der Mensch ist ein Gewohnheitstier”, daher einfach das machen was man immer macht!

SLM 2018

Start - 3… 2… 1… los

Es ist Zeit sich in den Startbereich zu begeben. Ich habe mich zu den Pacemakern der Zielzeit von 3:30 Stunden gesellt sowie dies auch mein Trainingsplan vorgesehen hat! Die Anspannung steigt, die Füße können nicht mehr still stehen und ich warte lediglich auf den Startschuss.

Los geht es! Ich habe zunächst wieder einige Minuten gebraucht, um in meinen Laufrhythmus zu kommen und eine für mich passende Laufgeschwindigkeit zu finden. Die Pacemaker habe ich hinter mir gelassen und laufe nach meinem eigenen Befinden. Die ersten 16 Kilometer liefen extrem gut, um nicht zu sagen zu gut! Bereits ab dem 17. Kilometer wurde mir bewusst, dass meine Beine dieses Tempo nicht durchhalten werden und ich das Tempo drosseln muss. Wie sagt man so schön “der Mann mit dem Hammer hat angeklopft”, er hat sich jedoch deutlich zu früh bemerkbar gemacht. Bis zum 29. Kilometer konnte ich noch mit einer Pace zwischen 4:50 bis 5:00 weiterlaufen. Dann kamen Magen-Darm-Probleme hinzu und ich drosselte das Tempo erneut. Meine Pace lag nun zwischen 5:00 bis 5:20, welche ich so bis zum 40. Kilometer auch gut halten konnte. Die Energiezufuhr habe ich aufgrund der Magen-Darm-Probleme etwas zurückgeschraubt, aber habe trotzdem versucht regelmäßig zu trinken und doch noch 1-2 Energiegels zu mir zu nehmen. Hin und wieder ein Blick über die Schulter, die Pacemaker mit der Zielzeit von 3:30 Stunden waren mir dicht auf den Fersen, dies war nochmals ein Motivationsschub für die letzten zwei Kilometer. Jetzt oder nie, tatsächlich konnte ich die letzten Kilometer nochmals mit einer Pace von 4:40 bis 4:45 laufen. Die Ziellinie war in Sicht.

SLM 2018

Zieleinlauf

Der Zieleinlauf nach 3 Stunden 29 Minuten war auch bei meinem zweiten Marathon einfach ein wahnsinnig emotionales Erlebnis. Die Medaille im Ziel ist die Belohnung für all die Strapazen der letzten Wochen und vor allem der letzten Stunden / Minuten / Sekunden! Und alles in allem ist das Ergebnis auch super.

  • Platz 1 – in der Altersklasse aller Läuferinnen
  • Platz 5 – unter allen Läuferinnen

Im Ziel angekommen freut man sich selbstverständlich auf die Zielverpflegung. Zudem kann man sich nochmals mit den anderen Teilnehmer austauschen und die Freude teilen.

SLM 2018

Siegerehrung

Auch diesmal hatte ich wieder die Ehre an der Siegerehrung teilnehmen zu dürfen. Vielen Dank an das Team vom Seenlandmarathon. Dieser Moment wird immer in meinen Erinnerungen bleiben. Der Siegerpokal hat einen schönen Platz bekommen und das Geschenk “Runners Kochbuch für Läufer” ist auch eine tolle Errungenschaft! Vielen vielen Dank!

SLM 2018

Fazit zu dem Lauf

Der Lauf war durchweg gut geplant. Die Abholung der Startunterlagen ging schnell und unkompliziert. Auch das Abholen der Pasta ging sehr zügig. Während dem Lauf war die Verpflegung sehr gut organisiert, das gleiche gilt für die Zielverpflegung. Ich bin froh, dass ich mich für diesen Lauf entschieden habe und werde sicherlich noch ein zweites Mal an der Startlinie stehen. Ich kann diesen Lauf definitiv weiterempfehlen, ein Lauf um einen schönen See ist doch mal etwas anderes als die üblichen Strecken durch eine Stadt.

Der Mann mit dem Hammer

Wahrscheinlich bin ich nicht die erste und auch nicht die letzte Person, die die Bekanntschaft mit dem Mann mit dem Hammer gemacht hat bzw. machen wird. Wie es mir während dem Lauf ging? Kurz und knapp “Aufhören war nie ein Thema”!

Mein Motto:

  • Neue realistische Ziele definieren, um die Ziellinie zu überqueren.
  • Negative Gedanken so gut wie möglich verdrängen und nicht klein beigeben.
  • Den Fokus auf andere Dinge setzen, von den mentalen Problemen ablenken.
  • Einfach den Lauf genießen, ich habe mir mein Hobby schließlich selbst ausgesucht.
  • Morgen ist auch noch ein Tag zum Schmollen, aber nicht jetzt!
  • Lauf Baby lauf!

Habt ihr noch Fragen

Der Beitrag ist nun doch etwas umfangreicher geworden als eigentlich geplant. Aber letztendlich kann man die Erfahrungen einiger Wochen nicht auf wenige Worte beschränken, zumindest kann ich dies nicht. Ich hoffe euch hat dieser Beitrag gefallen. Bei offen Fragen zum Thema Laufen / Ernährung kommt gerne auf mich zu. Zudem freue ich mich über euer Feedback zu diesem Beitrag. Verbesserungsvorschläge sind immer erwünscht.

SLM 2018

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