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Einblick in meine Vorbereitung inkl. Rennbericht zum Metropolmarathon Fürth 17.06.2018

geschrieben von runningbiene87 24. Juni 2018
Einblick in meine Vorbereitung inkl. Rennbericht zum Metropolmarathon Fürth 17.06.2018
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Die Anmeldung zu meinem ersten offiziellen Marathon

Nachdem ich im Dezember krankheitsbedingt für drei Wochen mein Training pausieren musste, stand eine Neuorientierung für meinen ersten offiziellen Marathon an. Ursprünglich angedacht war die Teilnahme am “Johannesbad Thermen-Marathon” am Sonntag, den 04.02.2018. Nach langen Überlegungen stand fest, ich werde am 17.06.2018 am “Metropolmarathon Fürth” teilnehmen. Die Anmeldung war somit erledigt und nun beschäftigte ich mich mit dem nächsten Thema und zwar dem richtigen Trainingsplan.

Auf der Suche nach einem passenden Trainingsplan

Da ich im Jahr 2017 immer wieder Probleme hatte einen Trainingsplan bis zum Ende durchzuziehen stand fest, dass dies während der Vorbereitung für den “Metropolmarathon Fürth” nicht passieren darf. Somit suchte ich nach den unterschiedlichsten Trainingsplänen und wurde auf folgenden Trainingsplan aufmerksam. Zwei kostenlose Testwochen waren optimal, um mir einen konkreten Einblick zu verschaffen und es stand schnell fest, Runningcoach wird mich auf dem Weg zur Startlinie begleiten. 

Vorbereitungsphase von 5,5 Monaten

Nachdem ich nun einen für mich passenden Trainingsplan gefunden hatte, stand der Vorbereitungsphase von 5,5 Monaten nichts mehr im Wege. Die ersten Wochen verliefen problemlos, ich war einfach extrem motiviert und hatte mein Ziel vor Augen. Nach ca. drei Monaten kam der Punkt, an dem ich von der langen Vorbereitungsphase nicht mehr überzeugt war und lieber schon beim “Leipzig Marathon”, am 22.04.2018 oder beim “Metro Marathon Düsseldorf”, am 29.04.2018 an der Ziellinie gestanden hätte.

Somit war es an der Zeit in meinen Trainingsplan die Teilnahme am “Rothschwaiger Waldlauf Halbmarathon” am 15.04.2018 sowie die Teilnahme am “Halbmarathon München ” am 28.04.2018 zu integrieren. Ich hatte dadurch zweimal die Möglichkeit an der Startlinie zu stehen und weitere Wettkampferfahrungen zu sammeln. Beide Wettkämpfe liefen besser als erwartet und durch die Eingabe meiner neuen Halbmarathon-Bestzeit von 01:38:51 wurde auch meine Wettkampfgeschwindigkeit für den “Metropolmarathon Fürth” nochmals neu definiert. Die zwei erfolgreichen Halbmarathon-Teilnahmen bestärkten mich nochmals in meinem Vorhaben und ich konnte die restlichen 1,5 Monate mein Training vor allem aber die bevorstehenden Longruns erfolgreich durchziehen.

Höhen und Tiefen - negative Gedanken

Es gab immer wieder Phasen, in denen Selbstzweifel aufgekommen sind und ich mich gefragt habe für wen oder was tue ich das eigentlich. Gerade während den vielen Longruns, die ich in den 5,5 Monaten absolvieren durfte, hatte ich doch genug Zeit, um nicht zu sagen zu viel Zeit, an meinem Vorhaben zu zweifeln. Was ich gegen diese unnötigen negativen Gedanken getan habe? Ich habe mir die Laufbibel sowie das Buch Mentaltraining für Läufer gekauft, hier konnte ich einerseits mein Basiswissen etwas auffrischen, meine Lauftechnik überdenken und hatte komplett neue Denkansätze. Selbstzweifel dürfen nicht einfach verdrängt werden, sondern müssen beseitigt werden, daher setzt euch damit auseinander, sodass ihr anschließend wieder motiviert durchstarten könnt.

Die Woche vor dem Wettkampf

Der letzte Longrun ist geschafft, die Woche vor dem Wettkampf steht bevor, das Laufpensum wird extrem reduziert und auf einmal hat man ungewohnt viel Freizeit! Da die letzten Wochen mit einem hohen Laufpensum gefüllt waren, war der Gedanke weniger zu laufen doch sehr merkwürdig. Aber ich habe einfach mal das reduzierte Lauftraining genossen und mich mit meinem Laufoutfit sowie meiner Ernährung vor dem Wettkampf befasst. Mein Tipp, haltet euch bitte definitiv an die Angaben in eurem Trainingsplan und baut nicht selbstständig weitere Läufe in der letzten Woche vor dem Wettkampf ein. Die Regeneration sowie das Ausruhen sei dem Körper gegönnt.

Das Laufoutfit für den Wettkampf

Ich war mir relativ lange unsicher was ich wirklich anziehen werde, wahrscheinlich aber ein Problem von vielen Frauen- nicht wahr? Definitiv sollten es aber Schuhe sein, die schon eingelaufen sind und auch Kleidung, die man schon getragen hat und man somit unnötige Reibung ausschließen kann. Ein Marathon ist eine lange Distanz, weder schwitzen noch frieren ist eine gute Bedingung, daher sollte das Outfit auf das Wetter abgestimmt sein. Ich hatte das für mich perfekte Wetter und konnte mit kurzen Shorts, Unterhemd und lockerem Top an der Startlinie stehen. Solltet ihr lichtempfindlich sein, bietet sich sicherlich auch eine Sonnenbrille sowie Mütze an!

Ernährungstipps vor dem Wettkampf

Nun komme ich zu einem weiteren wichtigen Punkt und zwar der Ernährung. Überall liest man etwas von Carbo Loading und sicherlich ist es enorm wichtig, einige Tage vor dem Wettkampf die Kohlenhydratespeicher zu füllen. Zusätzlich habe ich die letzten Tage vor dem Wettkampf meinen Konsum von Gemüse sowie Obst reduziert. Am letzten Abend wollte ich eigentlich nochmal Pasta essen, letztendlich wurde es eine Pizza Funghi. Der Startschuss nähert sich und das letzte Essen / das Frühstück stand bevor. Bitte macht hier keine Experimente. Ich habe ganz normal mit einem Kaffee begonnen und zusätzlich gab es ein paar Semmeln mit Aufstrich (Peanutbutter, Nutella und Marmelade). Dies war mein typisches Frühstück vor einem Longrun, daher wusste ich wie mein Körper damit zurecht kommt. Ob dies nun das perfekte Essen war, ist natürlich fragwürdig, aber dem Ergebnis hat es nicht geschadet. Hier soll jeder auf sich und seinen Körper hören!

Am Start - 3… 2… 1… los !!!

Es war nun endlich soweit, ich stand an der Startlinie, hatte mich bei den Pacemakern mit der Zielzeit von 03:45 Stunden eingeordnet und fieberte dem Startschuss entgegen! Natürlich war ich aufgeregt, andererseits wuchs die Freude auf den bevorstehenden Lauf, Minute für Minute. Mit dem Gedanken “Yeah – ich rocke das heute” bin ich somit über die Startlinie gelaufen und habe meinen Beinen einfach freien Lauf gelassen. Ich habe an mich geglaubt und meiner harten Vorbereitungszeit vertraut. Das Training musste sich einfach auszahlen.

Marathon 2018
Marathon 2018
Marathon 2018

Die bevorstehenden 42,195 Kilometer

Zielstrebig und hoch motiviert lief ich die ersten Kilometer. Sehr schnell merkte ich, dass ich frische Beine hatte und die Ruhe der letzten Tage perfekt war. Ich näherte mich den Pacemakern mit der Zielzeit von 03:30 Stunden und relativ schnell stand fest, ich werde mich zunächst auch von diesen Pacemakern abseilen und mein eigenes Ding machen bzw. mich in einer Gruppe von Läufern zwischen einer Zielzeit von 03:20 Stunden und 03:25 Stunden einsortieren.

Begleitung von dem Führungsrad der dritten Frau

Nach ca. fünf Kilometern sah ich das Führungsrad der dritten Frau einige Meter vor mir. Mein erster Gedanke war “Das ist mein Fahrrad” und neuer Ehrgeiz machte sich bemerkbar. Ich überholte die dritte Frau und wurde nun das erste Mal in meinem Leben von einem Führungsrad begleitet. Es war einfach ein tolles Gefühl, auch wenn ich die ersten Minuten doch etwas von dieser unerwarteten Situation irritiert war. Der Lauf ging weiter, das Führungsrad begleitete mich Kilometer für Kilometer. Weit und breit war keine Frau zu sehen. Ich lief nur noch mit Männern. Gemeinsam sind wir stark, wir hatten alle ein und das gleiche Ziel vor Augen – die Ziellinie.

Verpflegung während des Rennen

Die vielen Verpflegungsstationen waren immer wieder ein echter Lichtblick. Ganz wichtig ist es dem Körper genügend Flüssigkeit sowie Energie zur Verfügung zu stellen. Diszipliniert versuchte ich bei jeder Verpflegungsstation 1-2 Becher Wasser zu trinken und alle 4-5km ein Gel zu mir zu nehmen. No risk no fun – ehrlich gesagt hatte ich den Konsum von so vielen Gels zuvor noch nie getestet, aber mir war klar dass ich diese unerwartet schnelle Pace nur mit genügend Energie durchlaufen konnte.

Unerwartete Höhenmeter - schmerzende Oberschenkel

Ab dem 22. Kilometer bis zum 32. Kilometer gab es immer wieder ein paar Anstiege, Autobahnbrücken hoch, Autobahnbrücken runter – nach einigen Höhenmeter machten sich  auch meine Oberschenkel bemerkbar. Diese Höhenmeter war ich aus meinen Trainingsläufen nicht gewohnt und der Kampf begann! Einige Männer, mit denen ich zunächst viele Kilometer gemeinsam gelaufen bin verlor ich relativ schnell aus den Augen. Aber auch hier war es wichtig, sich selbst zu vertrauen und sein eigenes Ding zu meistern!

Neues Ziel - zweite Frau in Sicht

Ich weiß es nicht mehr auf den Kilometer genau, aber zwischen Kilometer 32 und Kilometer 35 sah ich auf einmal hundert Meter vor mir das Führungsrad der zweiten Frau. Scheinbar hatten nicht nur bei mir die bereits absolvierten Kilometer inklusive Höhenmeter Spuren hinterlassen. Trotz schmerzender Oberschenkel konnte ich meine Pace beibehalten und näherte mich somit Schritt für Schritt der zweiten Frau und kam bald in den Genuss von dem Führungsrad der zweiten Frau begleitet zu werden. Das Gefühl war unbeschreiblich, ich war einfach glücklich, wahrscheinlich konnte ich genau aus diesem Grund meinen Lauf weiterhin trotz schwerer Beine erfolgreich durchziehen

Die letzten Kilometer - der Weg zum Ziel

Die Ziellinie näherte sich, der Kampf um den zweiten Platz wurde härter, da ich die dritte Frau in meine Rücken hatte und auch diese nicht aufgeben wollte. Der Druck wurde immer höher, die Beine immer schwerer. Es war ein Kopf- an Kopfrennen und die letzten Kilometer durch die Fürther Innenstadt waren einfach unglaublich. Danke an dieser Stelle für die tollen Zuschauer auf der ganzen Strecke, eure Zurufe waren einfach extrem motivierend – vielen vielen Dank. Ich steuerte auf das Ziel zu, die letzte Energiereserven wurden nochmals voll ausgeschöpft und im Ziel erwartete mich tatsächlich die Urkunde mit der Gesamtplatzierung der zweiten Frau. Wow!

Was soll ich sagen - es ist und bleibt der absolute Wahnsinn

Der Zieleinlauf fand nach einer Zeit von 03:20:34 statt. Wenn ich mir diese Zeit anschaue ist es mir immer noch ein Rätsel wie dies tatsächlich möglich war. War das tatsächlich ich? Auf der Urkunde steht mein Namen! Ja das bin tatsächlich ich!

An dieser Stelle nochmals “Danke”

Es ist Zeit nochmals Danke zu sagen. Vielen Dank für den tollen Trainingsplan von Runningoach. Vielen Dank für die tolle Organisation vom “Metropolmarathon Fürth”, die Verpflegungsmöglichkeiten während des Laufs sowie die Zielverpflegung war einfach klasse. Nicht zu vergessen sind die motivierenden Zurufe aller Zuschauer sowie die angenehmen Teilnehmer, die mich viele Kilometer begleitet haben. Ich hoffe wir sehen uns nächstes Jahr wieder.

Die Tage nach dem Rennen

Die Distanz von 42,195 Kilometer ist nicht zu unterschätzen. Ich sage nur Muskelkater lässt grüßen. Drei Tage nach dem Rennen hatte ich definitiv ziemlich starken Muskelkater, aber auch diese Tage sind vergangen. Und ich freue mich schon jetzt die Planung für meinen nächsten Marathon starten zu können.

Erfahrungsaustausch und Rückfragen

Solltet ihr Fragen haben, schreibt mich gerne an. Ich finde unter unser Läufern ist ein Erfahrungsaustausch enorm wichtig. Letztendlich haben wir doch alle ein und das gleiche Ziel.

“Laufen macht glücklich – Laufen macht frei”

MF Marathon 2018
MF Marathon

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